Schienenlogistik
Güterverkehr
Güterverkehr
Schienenlogistik
Kein Verkehrsträger transportiert Güter klimafreundlicher als die Schiene. Damit der Schienengüterverkehr wachsen kann, muss er flexibler, digitaler und verlässlicher werden. Die Bahnindustrie in Deutschland treibt die technologische Modernisierung der Schienenlogistik voran – als Partner von Politik, Betreibern und Verladern.
Die Verlagerung von Gütertransporten auf die Schiene senkt die Emissionen der Logistik, entlastet die Straßen und stärkt die Resilienz der Lieferketten. Das Potenzial dafür ist vorhanden: Prognosen gehen von weiter wachsendem Güterverkehr aus, und die politischen Ziele in Deutschland und Europa setzen klar auf einen steigenden Anteil der Schiene. Ob dieses Wachstum gelingt, entscheidet sich an der Modernisierung des Systems – durch Automatisierung, Digitalisierung und innovative Fahrzeugtechnik.
Wachstum ist möglich – die Transformation entscheidet
Der Schienengüterverkehr in Europa kann deutlich wachsen: Bis 2050 ist eine Steigerung der Verkehrsleistung auf über 540 Milliarden Tonnenkilometer möglich – der Marktanteil der Schiene stiege damit von rund 17 auf mehr als 20 Prozent. Begrenzt wird dieses Wachstum nicht durch fehlende Nachfrage, sondern durch die Transformationsfähigkeit des Systems selbst. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle VDB-Studie zum europäischen Schienengüterverkehr.
Die Rolle der Bahnindustrie
Die Bahnindustrie ist ein zentraler Wegbereiter dieser Transformation – mit drei Hebeln:
Interoperable Fahrzeuge – Lokomotiven und Wagen, die grenzüberschreitend ohne technische Brüche verkehren und Europas Korridore durchgängig nutzbar machen.
Digitale Vernetzung – Telematik, Sensorik und durchgängiger Datenaustausch machen Transporte planbar, transparent und intermodal anschlussfähig.
Flexible Flottenlösungen – modulare Fahrzeugkonzepte und moderne Instandhaltung erhöhen Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit der Flotten.
Die Technologien dafür sind verfügbar. Damit sie in der Fläche wirken, braucht es verlässliche Investitionsbedingungen, einen leistungsfähigen Zugang zur Infrastruktur und einen verbindlichen Modernisierungspfad über Legislaturperioden hinweg.
Automatisierung und Digitalisierung des Bahnbetriebs
Der intelligente Güterzug ist das Zielbild für eine moderne Schienenlogistik: Automatisierte Zugbildung und Zugabfertigung, die digitale Bremsprobe sowie intelligente Güterwagen, die mit Telematik und Sensorik Zustand und Position ihrer Ladung in Echtzeit melden, machen den Schienengüterverkehr flexibler, schneller und verlässlicher. Bund und Sektor haben dafür mit einer gemeinsamen Strategie zur Automatisierung und Digitalisierung des Schienengüterverkehrs den Rahmen gesetzt. Die Bahnindustrie entwickelt und liefert diese Technologien – und setzt sich für einen verbindlichen, europäisch abgestimmten Migrationspfad ein, der Investitionen für alle Beteiligten planbar macht.
Digitale Automatische Kupplung (DAK)
Die Schlüsselinnovation des intelligenten Güterzugs ist die Digitale Automatische Kupplung. Sie ersetzt die manuelle Schraubenkupplung und verbindet Wagen automatisch – mechanisch, pneumatisch sowie mit Strom- und Datenleitung. Erst diese durchgängige Verbindung macht automatisierte Prozesse im Güterverkehr möglich: von der Zugbildung über die Bremsprobe bis zur intelligenten Steuerung ganzer Züge. Zugleich verbessert die DAK die Arbeitsbedingungen im Rangierbetrieb erheblich. Der Nutzen der DAK entsteht im europäischen Maßstab – ihr Rollout ist eine gemeinsame Aufgabe von Betreibern, Wagenhaltern, Bahnindustrie und Politik. Auf europäischer Ebene laufen Erprobung und Migrationsvorbereitung, von Pionierzügen im Realbetrieb bis zur Verankerung in den technischen Spezifikationen für die Interoperabilität (TSI). Entscheidend für den Erfolg sind eine verlässliche europäische Finanzierungsperspektive und ein ambitionierter, verbindlicher Migrationsfahrplan. Die Bahnindustrie in Deutschland steht bereit, den Rollout im industriellen Maßstab umzusetzen.
Gleisanschlusscharta: Zugang zur Schiene schaffen
Verkehrsverlagerung beginnt mit dem Zugang zur Schiene: Für leistungsfähige und wirtschaftliche Transportsysteme – im Kombinierten Verkehr wie im Wagenladungsverkehr – braucht es ausreichend Gleisanschlüsse, kundennahe Zugangsstellen, öffentliche Ladestellen, Umschlagterminals sowie multimodale Knoten samt vorgelagerter Infrastruktur. Genau hier setzt die Gleisanschluss-Charta an: Sie definiert zentrale Handlungsfelder und unterbreitet Politik, Wirtschaft und Logistik konkrete Vorschläge zur Umsetzung.
Im Januar 2024 überreichten 56 mitzeichnende Organisationen dem Bund eine aktualisierte Gleisanschluss-Charta mit 97 Maßnahmen entlang von fünf Schwerpunkten:
Personen unterstützen, die Entscheidungen treffen und umsetzen
Die Wirtschaft bedarfsgerecht mit Zugangsstellen und vorgelagerter Infrastruktur ausstatten
Rahmenbedingungen für Zugangsstellen verbessern
Transportlösungen über Gleisanschlüsse und multimodale Verladestellen anbieten
Moderne und innovative Technik einsetzen