Beschaffung & Zulassung
Fahrzeuge
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Beschaffung & Zulassung
Moderne Schienenfahrzeuge sind das Herzstück eines leistungsfähigen, klimafreundlichen Bahnsystems. Entscheidend dafür sind standardisierte Beschaffung, planbare Ausschreibungen und ein zügiges, europäisch harmonisiertes Genehmigungsverfahren.
Vom Schienenpersonennahverkehr bis zu Gleisbaumaschinen: Fahrzeuge bewegen täglich Millionen Menschen und halten die Infrastruktur instand. Über die gesamte Lebensdauer hinweg durchlaufen sie anspruchsvolle Prozesse – von der Markterkundung und Ausschreibung über Konstruktion und Zulassung bis hin zu Modernisierung und Digitalisierung. In all diesen Phasen setzt sich die Bahnindustrie für Standardisierung, klare Rahmenbedingungen und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Industrie, Aufgabenträgern, Bund und Behörden ein.
Aktuelles
Weißbuch Schienenfahrzeuge: Beschaffung im Nahverkehr
Der Schienenpersonennahverkehr boomt: Bis 2038 müssen mehr als 2.100 der über 6.200 SPNV-Fahrzeuge modernisiert oder neu beschafft werden. Mit dem „VDB-Weißbuch Schienenfahrzeuge“ legt die Bahnindustrie eine strukturierte Handlungsempfehlung vor, wie beschaffende Stellen durch vorausschauende Planung, standardisierte Fahrzeugplattformen und funktionale Lastenhefte Kosten senken, Lieferzeiten verkürzen und zugleich Raum für Innovation schaffen können. Kern der Empfehlung: mehr Standardisierung wagen, rechtzeitig und planbar ausschreiben, die Markterkundung professionalisieren und Anforderungen effizient managen – für eine neue partnerschaftliche Beschaffungskultur im SPNV.
VDB-Warenkorb Schienenfahrzeuge
Schienenfahrzeugverträge laufen oft über viele Jahre – von der Ausschreibung bis zur Auslieferung und darüber hinaus. Inflation, steigende Lohn- und Energiekosten sowie volatile Lieferketten verändern in dieser Zeit die Kalkulationsgrundlagen erheblich. Der „VDB-Warenkorb Schienenfahrzeuge“ gibt Herstellern und Auftraggebern eine Empfehlung an die Hand, wie Preisänderungen bei langfristigen Verträgen transparent und verursachungsgerecht abgebildet werden können. Eine sachgerechte Preisgleitung schafft Planungssicherheit auf beiden Seiten und sichert die Wirtschaftlichkeit von Fahrzeugprojekten über die gesamte Vertragslaufzeit.
Anwendung des Vierten Eisenbahnpakets
Seit Inkrafttreten der Technischen Säule des Vierten Eisenbahnpakets im Juni 2019 wird die Zulassung von Schienenfahrzeugen europäisch harmonisiert abgewickelt: Die Verordnung (EU) 2018/545 löst das nationale Verfahren ab, zentrale Anlaufstelle ist die Europäische Eisenbahnagentur (ERA) mit ihrem digitalen One-Stop-Shop. Die Bahnindustrie hat das Vierte Eisenbahnpaket früh als Chance begriffen, administrative Hürden abzubauen und Zeit, Kosten und Ressourcen einzusparen. Mit der VDB-Fachinformation „Anwendung der Technischen Säule des Vierten Eisenbahnpaketes“ gibt der Verband seinen Mitgliedsunternehmen eine kompakte Orientierung zu den neuen Vorschriften, Prozessen und Akteuren sowie konkrete Handlungsempfehlungen für die Praxis.
Datenaustausch beim Anforderungsmanagement
Lastenhefte mit mehreren tausend Einzelanforderungen sind im Fahrzeugbau keine Seltenheit. Werden diese Anforderungen uneinheitlich erstellt, ausgetauscht und kommentiert, entstehen Missverständnisse, Mehraufwand und Qualitätsrisiken – bei Betreibern, Fahrzeugherstellern und Lieferanten gleichermaßen. Der „VDB-Leitfaden Datenaustausch beim Anforderungsmanagement“ standardisiert Erstellung, Austausch, Kommentierung und Nachverfolgbarkeit von Anforderungen über die gesamte Lieferkette hinweg. Das reduziert die Komplexität in Ausschreibungen und Spezifikationen, erhöht die Qualität der Lastenhefte und senkt den Aufwand auf allen Seiten.